06.03.2020
Coronavirus: Dr. Mehring mahnt zu Verhältnismäßigkeit

Heimatabgeordneter hält an seinen Terminen fest und warnt vor irrationaler Panik

Im Zusammenhang mit der Corona-Infektion des Bonstettener Bürgermeisterkandidaten Werner Halank, dessen Namen heute in einer Pressekonferenz von Landrat Martin Sailer öffentlich gemacht wurde, warnt Heimatabgeordneter Dr. Fabian Mehring vor irrationaler Panik. Anders als Landrat Sailer will Mehring an seinem straffen Terminkalender im Kommunalwahlendspurt festhalten und seine Zusagen für zahlreiche Auftritte in der Region während der nächsten Tage einhalten.

Erfreut zeigt sich Mehring, der am Vormittag persönlich mit Halank telefoniert hat, über den Gesundheitszustand des Betroffenen: „Werner Halank geht es zum Glück hervorragend. Er hat keinerlei Symptome und ich drücke ihm und seiner Familie beide Daumen dass dies so bleibt“, so Mehring. Unabhängig vom konkreten Einzelfall hält der Parlamentarier es für richtig, die Gefahr einer pandemischen Ausbreitung des Coronavirus in der Region ernst zu nehmen und mit sinnvollen Maßnahmen gegenzusteuern. Dabei mahnt der Politiker aber zu Verhältnismäßigkeit und warnt vor irrationaler Panik:

„Wir sollten das Risiko einer Ausbreitung des Virus in unserer Heimat ernst nehmen, unser Alltagsverhalten wo nötig daran anpassen aber trotzdem besonnen bleiben. Bislang gibt es nun wirklich keinen Grund das öffentliche Leben lahmzulegen. Für mich persönlich wäre es absurd, Reden vor wenigen hundert Menschen abzusagen um am Sonntagnachmittag mit 70 000 Fans zusammen den FCA gegen die Bayern anzufeuern“, mahnt Mehring zu einem rationalen Umgang mit dem Coronavirus.

Nach allem was man bisher wisse, würden sich die Symptome und Gefahren des Coronavirus ungefähr im Bereich dessen bewegen, was man von der üblichen Grippe kenne, argumentiert Mehring. „Insbesondere mit Blick auf Risikogruppen macht es freilich Sinn eine Ausbreitung bestmöglich einzudämmen. Wir sollten aber nicht vergessen, dass sich in Deutschland seit dem Herbst 2019 laut Robert-Koch-Institut bereits 120 000 Menschen mit der jahreszeitlich üblichen Influenza angesteckt haben, von denen zwischenzeitlich leider 200 verstorben sind. Zeitgleich konnten bundesweit bislang 534 Corono-Fälle mit glücklicherweise zumeist mildem Verlauf nachgewiesen werden“, rechnet der Abgeordnete vor.

Mehring: „Vor diesem Hintergrund bin ich nicht sicher ob es zielführend ist, jeden Coronafall durch Pressekonferenzen zu begleiten. Insbesondere den Namen eines einzelnen Infizierten öffentlich zu machen, der sich und seine Familie nun bundesweit in den Medien widerfindet, halte ich für wenig sinnvoll. Ich bin nicht sicher ob der Bürgermeisterkandidat einer 1200-Seelen-Gemeinde in den letzten Tagen wirklich engeren Kontakt mit mehr Menschen hatte als die anderen 533 Infizierten, die allesamt anonym verblieben sind. Mindestens dem Virus dürfte es jedenfalls egal sein, ob ein Betroffener Politiker ist und gerade zur Wahl steht oder einem anderen Beruf nachgeht. Ich hätte es daher für hinreichend gehalten – wie bei allen anderen Fällen auch – auf die von Werner Halank besuchten Veranstaltungen zu verweisen und seine Familie vor einem bundesweiten Medienaufschlag zu schützen“, hinterfragt Mehring das gewählte Vorgehen.

Auswirkungen auf die nahenden Kommunalwahlen befürchtet Mehring indes weder im Fall von Halank noch generell: „Werner Halank geht es doch schon heute gut, sodass einem möglichen Amtsantritt am 1. Mai freilich nichts im Wege stehen würde“, so Mehring. Bürger die befürchten sich beim Wahlvorgang im Wahllokal anzustecken rät Mehring ferner zur Briefwahl: „Dazu ist noch ausreichend Zeit und ich hoffe sehr, dass kein einziger Bürger im Landkreis ernstlich wegen des Coronavirus auf sein Wahlrecht verzichtet“, so Mehring abschließend.