19.05.2020
Dr. Mehring: „Enttäuschung für Bayerisch-Schwaben“

High-Tech-Agenda: Abgeordneter unzufrieden mit Vergabe neuer Professuren

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FREIE WÄHLER-Regierungsfraktion im Bayerischen Landtag, Dr. Fabian Mehring, ist unzufrieden mit der Vergabe 50 neuer Professuren mit einem Fokus auf künstlicher Intelligenz in Bayern. Sie ist Teil der High-Tech-Agenda der Bayerischen Staatsregierung, in welche die Bayernkoalition aus FREIE WÄHLER und CSU mittelfristig zwei Milliarden Euro investieren will.

Im Zuge dessen begrüßt Mehring die Entscheidung von Wissenschaftsminister Bernd Sibler, an der Augsburger Universität zwei Professuren für

  • Mathematical Science and Artificial Intelligence in Medicine sowie
  • Roboter-assistierte Chirurgie und intelligente Systeme

zu schaffen. Ebenso erfreut ist der Landespolitiker über die Etablierung einer Professur für Sprachtechnologien und kognitive Assistenz an der Augsburger Hochschule sowie einer Professur für geriatrische Robotik an der Hochschule Kempten. Mit allen vier Standortentscheidungen folgte Wissenschaftsminister Sibler dem Rat einer Expertenkommission deren Urteil ein landesweiter KI-Wettbewerb vorausgegangen war. Insgesamt hält Dr. Mehring, der selbst an der Augsburger Universität promoviert hat, die Vergabe der 50 Professuren jedoch für eine „Enttäuschung für Bayerisch-Schwaben“.

Dr. Mehring: „Wenn 23 Professuren in Franken landen und nur vier in Schwaben können wir nicht ernstlich zufrieden sein. Vielmehr sollten wir dieses enttäuschende Ergebnis zum Anlass für eine gezielte Ursachenforschung nehmen. Immerhin wird auf dem Feld der künstlichen Intelligenz über die ökonomischen Entwicklungschancen der Zukunft entschieden. Wenn leistungsstarke Wirtschaftszentren wie die Metropolregion Augsburg dabei schlechter wegkommen wie Coburg oder Aschaffenburg kann das nicht im Sinne unserer Heimat sein“, so die Bewertung des Parlamentarischen Geschäftsführers. Er sieht zudem die Gefahr einer Verengung Schwabens auf die Rolle als neuer Standort einer medizinischen Fakultät: „Das ist richtig und wichtig, genügt alleine aber nicht. Auch in Zukunft muss jemand das Geld verdienen, mit dem wir Medizin und Forschung bezahlen. Deshalb müssen wir auch im wertschöpfenden Bereich unserer heimischen Industrie am Ball bleiben“, gibt Mehring zu bedenken.

Mehring will sich deshalb in den nächsten Wochen gezielt auf die Suche nach Gründen für das schwache Abschneiden der Region beim KI-Wettbewerb machen und hierzu das Gespräch mit Spitzenvertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft suchen. Außerdem kündigt der Parlamentarier an bei der Staatsregierung für die Berücksichtigung demoskopischer, regionaler und ökonomischer Faktoren bei der Vergabe zu werben. „Im Raum Augsburg sitzen High-Tech-Unternehmen wie Premium Aerotec oder MTAerospace neben renommierten Instituten wie dem DLR oder unserem Innovationspark. Schon deshalb muss es unser Anpruch sein bei Zukunftsthemen wie der künstlichen Intelligenz an der Spitze mitzumischen statt vom ganzen Freistaat überholt zu werden“, so Mehring kritisch. Denn: „Wer bei dynamischen Entwicklungen wie Industrie 4.0 oder KI heute schläft, spielt in der Wirtschaft unserer Zukunft nicht mehr in der ersten Liga. Das zu verhindern ist die Aufgabe derjenigen die aktuell in Verantwortung stehen“, so Mehring abschließend.