10.06.2020
Dr. Mehring wünscht sich faire Regeln und einen Rettungsschirm für Busreisen

Corona: Landtagsabgeordneter hat sich bei Nussbaum-Reisen in Biburg informiert – und sich einen Kindheitstraum erfüllt

Auf Einladung der Unternehmerfamilie Fleiner hat sich Dr. Fabian Mehring, der Parlamentarische Geschäftsführer der FW-Regierungsfraktion im Bayerischen Landtag, auf dem Betriebshof von Nussbaum-Reisen in Biburg über die coronabedingten Herausforderungen der bayerischen Reisebusunternehmen informiert. Im Zentrum standen dabei die derzeit gültigen Hygienevorschriften, welche die seit 30. Mai wieder erlaubte Bustouristik im Freistaat massiv einschränken.

Wie Geschäftsführer Markus Fleiner dem Parlamentarier erläuterte, muss im Reisebus nicht nur der übliche Abstand von eineinhalb Metern eingehalten werden, sondern zudem während der gesamten Fahrt ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. „Anstelle von regulär 44 Personen können wir aktuell höchstens ein Drittel, also 16 Personen, befördern – mit allen wirtschaftlichen Folgen“, erklärte Fleiner. Besonders verärgert ist der Unternehmer, der seine 16 Mitarbeiter zwischenzeitlich größtenteils in Kurzarbeit schicken musste, über die mangelhafte Einheitlichkeit der Vorgaben. „Fahren wir beispielsweise über die Grenze nach Österreich, dürften unsere Gäste die Schutzmaske abnehmen. Noch schlimmer ist es, wenn wir unsere Kunden nach Norddeutschland fahren. Auf dem Weg dorthin durchqueren wir mehrere Bundesländer – überall gelten andere Vorschriften“, so Fleiner.

Mit ihrem Anliegen nach einer diesbezüglichen Homogenisierung lief die Unternehmerfamilie bei Mehring, der sich seit Wochen für Anpassungen bei den Coronaregeln stark macht, offene Türen ein: „Bis wir einen Impfstoff oder eine Medikament gegen Corona haben kann es noch dauern. Alle Regeln für diesen Zeitraum müssen deshalb gerecht und nachvollziehbar sein um dauerhaft befolgt zu werden. In Reisebussen darf es daher keine schärferen Auflagen geben als im Flugzeug, der Bahn oder in Fernbussen. Hier sollte deshalb nachgesteuert werden“, versprach Mehring als Mitglied im Koalitionsausschuss der Staatsregierung das Anliegen zu unterstützen. Besonders ärgerlich findet der Parlamentarier vor diesem Hintergrund, dass bei Busreisen stets entweder die Regelungen des Start- oder des Zielortes angewendet werden können. Mehring: „Wenn dann in Bayern schärfere Regeln gelten als anderswo, torpediert das die Idee vom Urlaub in Bayern und schadet dem Tourismus in unserer Heimat gleich doppelt.“

Offen zeigte sich der Politiker auch für Überlegungen hinsichtlich einer Konjunkturspritze für die gebeutelte Reisebusbranche, die derzeit in Baden-Württemberg angestellt werden. „Viele Menschen in einem Fahrzeug zu befördern dient nicht zuletzt dem Umweltschutz. Staatliche Krisenhilfen sollten sich deshalb nicht auf Großkonzerne wie die Lufthansa oder die Deutsche Bahn beschränken, sondern auch die weitgehend von mittelständischen Familienunternehmen getragene Busbranche im Blick haben. Sie ist wegen der Coronapandemie seit Monaten einzig mit der kundenfreundlichen Abwicklung von Stornierungen beschäftigt, während die Busse in den Garagen stehen und monatlich immense Vorhaltekosten auflaufen. Der Staat ist deshalb durchaus gefragt eine unverschuldete Pleitewelle zu vermeiden, sodass wir auch nach dieser Krise noch per Bus zusammen in den Urlaub oder zu Kultur- und Sportveranstaltungen reisen können“, zeigt sich Mehring offen für eine Konjunkturspritze.

Zum Abschluss des Ortstermins durfte sich der Abgeordnete dann noch einen Kindheitstraum erfüllen. „Während andere stets Feuerwehrmann oder Pilot werden wollten, wollte ich als Kind immer Busfahrer sein“, gestand der Parlamentarier. Prompt durfte er – freilich einzig auf dem Betriebsgelände der Fleiners – einmal selbst am Steuer eines der großen Fünf-Sterne-Reisebusse des seit 50 Jahren bestehenden Traditionsunternehmens Platz nehmen. „Das hat den Besuch in Biburg zu meinem Lieblingstermin in dieser Woche gemacht“, freute sich Mehring über diese besondere Gelegenheit.