05.06.2020
Höchstädt/Welden: Dr. Mehring dankt „Heldinnen der Coronakrise“

Parlamentarischer Geschäftsführer hat sich über Herausforderungen in der Kinderbetreuung informiert

Über hohen Besuch aus der Politik freute sich die Kindertagesstätte Don Bosco in Höchstädt. Zuvor hatte sich Einrichtungsleiterin Bianca Kaltenegger gemeinsam mit zahlreichen Kolleginnen aus der Region an Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner und Dr. Fabian Mehring, den Parlamentarischen Geschäftsführer der FW-Regierungsfraktion im Bayerischen Landtag gewendet. In ihrem Schreiben berichteten die Erzieherinnen der Politikern von den Herausforderungen der Coronapandemie im Rahmen ihrer täglichen Arbeitspraxis. Dies nahm Mehring zum Anlass persönlich nach Höchstädt zu kommen und sich mit den Betroffenen auszutauschen.

„In den letzten Wochen wurde Eltern und Lehrern völlig zu Recht für ihren enormen Beitrag zur Krisenbewältigung gedankt. Insbesondere die Erzieherinnen unserer Kleinsten kamen dabei in meinen Augen zu kurz. Indem sie die Notbetreuung der Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen unter schwierigsten Bedingungen aufrechterhalten haben, sind sie ebenfalls zu Krisenhelden geworden. Dafür wollte ich persönlich Danke sagen“, erklärt Mehring seine Motivation für den Ortstermin, zu dem auch die Einrichtungsleiterinnen der Kita in Welden hinzugestoßen werden.

Erfreut hierüber nutzten die Erzieherinnen den Dialog mit dem Regierungspolitiker um für ihre Anliegen zu werben. Diana Reiter aus Welden sah im Zuge dessen Optimierungsbedarf hinsichtlich der Informationspraxis des Sozialministeriums: „Viele der vom Ministerium empfohlenen Maßnahmen werden äußert kurzfristig kommuniziert und können aufgrund der baulichen Voraussetzungen vor Ort und mit der bestehenden Personaldecke nicht umgesetzt werden. Auch wenn derzeit nur ca. 50 % der sonst anwesenden Kinder zu betreuen sind, erfordern in Diensten des Infektionsschutzes geteilte Gruppen einen ungleich größeren Personalwaufwand. Dies obwohl die Personaldecke durch den Ausfall von Erzieherinnen die der Risikogruppe angehören ohnehin verkleinert ist“, so Reiter.

Bianca Kaltenegger wünschte sich zudem klare Aussagen des Ministeriums dazu, welche Erzieher als dienstfähig zu betrachten sind und wer vorerst besser Zuhause bleiben sollte. „Diese Entscheidung können und wollen wir nicht vor Ort verantworten“, so die Einrichtungsleiterin aus Höchstädt. Ein Anliegen war den Erzieherinnen auch die Abstandsregeln bei der Verköstigung und dem Spielen mit ihren Schützlingen, erklärte Claudia Fendt. Schließlich wünschen sie sich Planungssicherheit für die Betreuung während der Sommerferien: „Anders als in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal gedacht haben wir die letzten Wochen durchgearbeitet. Viele Kolleginnen haben während der Notbetreuung unheimlich viele Überstunden angehäuft. Mindestens eine kurzzeitige Verschnaufpause im Sommer ist deshalb unerlässlich“, findet Bernadette Schleinkofer, stellvertretende Einrichtungsleiterin.

Dr. Mehring versprach die Anregungen und Kritikpunkte aus der Praxis bei Sozialministerin Trautner vorzutragen und äußerte die Hoffnung, zeitnah zu einem Regelbetrieb in der Kinderbetreuung zurückkehren zu können: „Am Ende ist der persönliche Kontakt für die soziale Entwicklung unserer Kinder durch nichts zu ersetzen. Wir sollten deshalb so langsam wie nötig, doch aber so schnell wie möglich wieder zum regulären Präsenzbetrieb zurückkehren und die derzeitigen Beschränkungen sukzessive Auflösen. Nicht weniger als der Schutz vor dem Coronavirus sind nämlich auch die Belastungen der Familien in unserer Heimat und die Entwicklungschancen unserer Kleinsten berechtigte Anliegen die es in der Gesamtabwägung ebenso so berücksichtigen gilt wie Infektionsraten“, findet der Parlamentarische Geschäftsführer.